Fernsehprogramm heute

Info, Zeitgeschichte
Berlin 1945
SWR
08.04.,
23:45 - 02:45
Infos
Originaltitel
Berlin 1945: Tagebuch einer Großstadt
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Berlin 1945: Die Stadt verwandelt sich erst in einen Kriegsschauplatz, dann in ein Trümmerfeld, in dem ein letztes Aufgebot aus jungen Menschen sinnlos stirbt. Kurz darauf wird der Beginn einer neuen Zeit eingeleitet - mit Siegern und Besiegten. Deutsche und Alliierte, einfache Bürger*innen, Soldatinnen und Soldaten, Journalistinnen und Journalisten, Politiker*innen, Zwangsarbeiter*innen, Untergetauchte, Verbrecher und Helden kommen zu Wort - ein vielstimmiges, kollektives Tagebuch. Während sich das ganze Ausmaß der untergegangenen Diktatur erst langsam entblättert, zeichnet sich am Horizont schon eine neue Teilung ab. Zusammen gesetzt aus Archivmaterial aller damaligen Akteurinnen und Akteure wird "Berlin 1945" eine multiperspektivische, emotionale Seherfahrung: lebendige Geschichte. Die Vielstimmigkeit führt vor Augen, wie unterschiedlich die Erfahrungen waren, wie wenig man voneinander wusste, wie zerrissen die Menschen waren. Der Film legt Bezüge offen, die bis in das heutige Stadtbild und in die eigene Gegenwart hineinreichen. Zu Beginn des Jahres 1945 wiegt Berlin sich in der Illusion, den Krieg zu überstehen. Jeden Tag Bombenangriffe, jeden Tag werden Leichen bestattet und Brände gelöscht. Jeden Tag geht der Alltag weiter, während die Front näher rückt. Der Tod trifft Frauen und Männer, Alte und Junge, Kinder und Greise, Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten ebenso wie die Zwangsarbeiter*innen, die auf ihre Befreiung warten. Eine Zeit der unklaren Frontverläufe, niemand hat den Überblick. Zivilistinnen und Zivilisten verstecken sich, SS-Männer erschießen Deserteure, Rotarmisten hoffen darauf, nicht in den letzten Tagen zu fallen. Der Krieg zieht der Stadt entgegen und schließt den Kreis: Er kehrt zurück an seinen Ausgangspunkt und kennt kein Erbarmen. Am 30. April weht die Rote Fahne über dem Reichstag und Adolf Hitler nimmt sich das Leben. Es dauert noch zwei Tage, bis sich die Stadt ergibt. Eine Niederlage, die eine Befreiung ist. Während Engländer, Franzosen und Amerikaner noch darauf warten, in Berlin einzurücken, setzen die Sowjets Bürgermeister ein, organisieren die Lebensmittelversorgung und machen sich auf die Suche nach den Kriegsverbrechern. Die Jüdische Gemeinde findet sich neu zusammen, es gibt nur wenige Überlebende. Auf der Potsdamer Konferenz wird über das Schicksal der Stadt entschieden. In die Ruinen kehrt das Leben zurück, die Theater eröffnen wieder, Orchester spielen unter freiem Himmel. Doch das Band, das die Alliierten zusammengehalten hat, zerreißt - und der Kalte Krieg beginnt. Der Winter steht vor der Tür. "Berlin 1945" beschreibt das Jahr chronologisch als ein multiperspektivisches Mosaik.
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