Nach den Landtagswahlen im Osten und in Berlin steht die Bundesregierung unter erheblichem Druck. Der Koalitionsausschuss beteuerte diese Woche, an den Reformplänenfesthalten zu wollen, neue Beschlüsse brachte er allerdings nicht. Hoffnung macht die aktuelle Konjunkturprognose der Bundesregierung, die für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozentsieht - getragen vor allem von Exporten und staatlichen Infrastrukturinvestitionen. Für viele Unternehmen bleibt die Lage dennoch schwierig. Ist die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung auf dem richtigen Kurs? Wie bekommt der Standort Deutschland wieder mehr Luft unter die Flügel? Und wie kommt die Regierung aus der Krise? Die Gäste: * Markus Söder (Ministerpräsident Bayern, CSU) Der Ministerpräsident Bayerns fordert mehr Tempo und einen "Gerechtigkeits-Check" für die angestrebten Reformen. Die schwarz-rote Koalition, der er als CSU-Vorsitzender angehört, müsse sich zusammenreißen. Die Demokratie sieht Söder durch die extremen Ränder rechts und links herausgefordert wie nie in der Geschichte der Bundesrepublik. * Christoph Werner (Vorsitzender der Geschäftsführung dm-drogerie markt) Der Chef der Drogeriemarktkette dm fordert grundlegende Reformen, weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung. Der Politk fehle ein klares Zukunftsziel für Deutschland. Seine These: "Wenn die Veränderungsgeschwindigkeit außerhalb eines Landes größer ist als innerhalb eines Landes, verliert das Land den Anschluss." * Julia Löhr (Wirtschaftskorrespondentin, Frankfurter Allgemeine Zeitung) Die Wirtschaftsjournalistin bleibt angesichts der Wirtschaftspolitik skeptisch: Das derzeitige Wachstum speise sich vor allem aus den Schuldenpaketen und nicht aus privaten Investitionen, während der politische Dauerstreit "maximale Unsicherheiten" verbreite. Den erneuten Tankrabatt nennt sie ein "Musterbeispiel an Symbolpolitik".