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Gulag - Die sowjetische "Hauptverwaltung der Lager"

Info, Geschichte • 21.04.2026 • 21:05 - 22:05
Junge Häftlinge im Lager Molotowsk (Sewerodwinsk) im Jahr 1944
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Eine Häftlingsbaracke (1940)
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Erschöpfte Häftlinge im Lager Priwolschski (1941)
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Häftlinge des GULag in den späten 1940er Jahren
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Originaltitel
Goulag: Une histoire soviétique
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
16+
Info, Geschichte
Auf dem XVII. Parteitag der KPdSU von den Funktionären bejubelt, ordnete Stalin 1934 den Bau des Moskau-Wolga-Kanals und einer neuen Trasse der Transsibirischen Eisenbahn an. Die mittlerweile in das "Volkskommissariat für innere Angelegenheiten" (NKWD) eingegliederte Geheimpolizei "Staatliche Politische Verwaltung" (GPU) ließ immer weitere Lager errichten und baut den Gulag zu einer regelrechten Strafindustrie aus. 1935 überstieg die Zahl der Inhaftierten erstmals die Millionengrenze. Während der sogenannte Große Terror sich nach außen in den Moskauer Prozessen manifestierte, litt die sowjetische Bevölkerung unter immer stärkeren Repressionen. Es kam zu Massenhinrichtungen und willkürlichen Festnahmen. Im Januar 1939 verrichteten mehr als zwei Millionen Menschen Arbeitsdienst im Gulag. Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Ab 1942 verschlechterten sich die Haftbedingungen zusehends. Zahlreiche Häftlinge wurden von Hunger und Seuchen dahingerafft. Obwohl die Sowjets 1945 den Sieg über Nazideutschland erringen konnten, wurde der "Archipel Gulag", wie der Schriftsteller Alexander Solschenizyn das Lagersystem in seinem Werk nannte, weiter ausgebaut, denn das System diente der Beschaffung wichtiger Rohstoffe.