ARD

Weltspiegel

Info, Zeitgeschehen • 29.06.2026 • 04:45 - 05:30
Ute Brucker, Moderatorin der Sendung "Weltspiegel".
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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK
Weltspiegel vom NDR im Ersten - Moderator Andreas Cichowicz
Andreas Cichowicz moderiert den Weltspiegel vom NDR im Ersten.
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Weltspiegel extra - Logo
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WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN, Weltspiegel extra - Logo.
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Originaltitel
Weltspiegel
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Zeitgeschehen
Geplante Themen: - USA: 250 Jahre Unabhängigkeit: Wilder Westen und die dunkle US-Geschichte (Autorin: Sarah Schmidt, ARD-Studio Washington) Go West: Siedler auf dem Weg durch die Prärie, Büffelherden, Cowboys, das ist das romantische Bild, auf dem die USA ihre nationale Identität gebaut haben. Doch hält es der Realität stand? In North Dakota prägen endlose Weiten, Viehzucht und Rodeos bis heute das Bild des "echten" Amerika. In North Dakota sind aber auch bedeutende Native Nations verwurzelt. Ohne deren Unterstützung hätten die Siedler ihre Reise Richtung Westen nicht überlebt. Doch die Native Americans und ihre Kultur wurden nahezu ausgelöscht. Wie blicken sie auf die landesweiten Feierlichkeiten unter dem Motto "Freedom 250"? Was bedeutet Freiheit für die Menschen, deren wahre Geschichte in den großen Erzählungen des amerikanischen Westens oft keinen Platz findet? Und wie passt der Mythos vom "Wilden Westen" zu den Erfahrungen jener, die seine Folgen bis heute spüren? Der "Weltspiegel" berichtet über den Alltag der Menschen im ländlichen Amerika anlässlich der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. - USA: Tuskegee Airmen. Die ersten schwarzen US-Piloten (Autorin: Kerstin Klein, ARD-Studio Washington) Sie gelten als Legenden, vor allem unter der Schwarzen Bevölkerung in den USA: die Tuskegee Airmen, die erste schwarze Pilotenstaffel der US Air Force im Zweiten Weltkrieg. Ein Symbol für mehr Gleichberechtigung in der US-Armee zu der Zeit, in der Schwarzen Amerikanern die Eignung für technisch anspruchsvolle Funktionen wie Panzerfahren und Kampfflugzeuge zu steuern abgesprochen wurde. Neben dem Tuskegee College in Alabama, einer der größten Universitäten des Landes für Schwarze, wurden die Schwarzen Piloten für ihren Kampfeinsatz trainiert. 85 Jahre nachdem die ersten Tuskegee-Airmen ihre Kampfpilotenprüfung ablegten, werden dort inzwischen wieder Schwarze Pilotinnen und Piloten ausgebildet: für den Einsatz in Zivilflugzeugen. Weil immer noch nur gut vier Prozent der Airline-Piloten in den USA schwarz sind. Und weil viele Schwarze Amerikaner sich die teure Ausbildung nicht leisten können. Mit einem Stipendium werden die Flugschüler in Tuskegee unterstützt, damit sie sich ihren Traumberuf Pilot erfüllen können. In Zeiten, in denen die gesellschaftliche Spaltung in den USA immer weiter fortschreitet, ein neues Symbol für das Selbstbewusstsein benachteiligter Bevölkerungsgruppen. - Philippinen: der Kampf um das Südchinesische Meer (Autor: Ulrich Mendgen, ARD-Studio Tokio) Seit Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und den Philippinen um die Macht im Südchinesischen Meer. Wer kontrolliert dieses wichtige Seegebiet, durch das wichtige Handelsrouten führen? Wem gehören die Inseln? Seit dem Zweiten Weltkrieg wird z. B. die Insel Thitu von den Philippinen verwaltet. China beansprucht sie allerdings für sich und übt massiven militärischen Druck auf die Einwohner aus. Helfer und Aktivisten machen sich jetzt von Manila aus auf den Weg, um die 500 Einwohner der Insel zu unterstützen. An Bord ihres Schiffes haben sie Lebensmittel und andere wichtige Güter geladen. Unterwegs werden sie von der chinesischen Marine überwacht, die Aktivisten werden aufgefordert, das Seegebiet zu verlassen und die Insel nicht anzusteuern. Dennoch erreichen die Hilfsgüter schließlich ihr Ziel. Der "Weltspiegel" berichtet über einen immer weiter eskalierenden Konflikt in einem der sensibelsten Seegebiete der Welt. - Brasilien: so viele Femizide wie nie zuvor (Autorin: Xenia Böttcher, ARD-Studio Rio de Janeiro) Durchschnittlich vier Frauen werden in Brasilien derzeit jeden Tag ermordet. So viele wie noch nie! Die Zahl der Femizide ist auf einem traurigen Höchststand. Nur knapp konnte sich Alana Anisio retten, als ein Nachbarsjunge sie überfiel. Ihre Mutter kam früher als sonst nach Hause und konnte ihre Tochter im letzten Moment befreien. Dennoch hat der Junge von nebenan 50 Mal auf ihre Tochter eingestochen. Fachleute machen Social-Media-Influencer aus der sogenannten Machosphäre für die steigenden Übergriffe verantwortlich. Männer, die übers Internet ihren Frauenhass und ihre chauvinistische Haltung verbreiten, werden für viele Brasilianer zu Vorbildern. Selbsthilfegruppen bieten immer mehr Kurse an, um zumeist verurteilten Männern einen Weg aus ihrem menschenverachtenden Selbstverständnis zu ermöglichen. Der "Weltspiegel" berichtet über die immer weiter zunehmende Gewalt gegen Frauen und die gesellschaftlichen Hintergründe. - Schweiz: die Silvester-Katastrophe in Crans-Montana. Wie sich zwei Opfer zurück ins Leben kämpfen (Autorin: Stefanie Dodt, ARD-Studio Genf) Für die Schweiz beginnt das Jahr 2026 mit einer Tragödie: Sprühfontänen auf Champagnerflaschen lösen ein verheerendes Feuer in einem Club aus. 41 Menschen sterben, 115 werden verletzt. Es sind vor allem Jugendliche, die in der Bar Le Constellation in Crans-Montana Silvester gefeiert haben. Auch Valentin, 17 Jahre alt, und sein Bruder Ferdinand, 19, Student in München, sind in dieser Nacht dort. Valentin überlebt nur knapp. 40 Prozent seiner Hautoberfläche sind verbrannt, wochenlang liegt er im Koma. Nun kämpft er sich Schritt für Schritt zurück in sein altes Leben - mit einem veränderten Körper. Ferdinand hingegen kann sich fast unverletzt aus der Bar retten. Mehrfach läuft er zurück in die Flammen, sucht seinen Bruder, hilft stundenlang bei der Erstversorgung der Schwerverletzten. Die Bilder dieser Nacht lassen ihn nicht mehr los. Hätte diese Brandkatastrophe verhindert werden können? Zumindest wiegen die mutmaßlichen Versäumnisse schwer: Jahrelang sollen Brandschutzkontrollen ausgeblieben sein. In der Brandnacht waren offenbar Fluchtwege versperrt. Und der Barbetreiber hatte nach eigenen Angaben eigenhändig den Schaumstoff eingebaut, der die Funken der Sprühfontänen binnen kürzester Zeit in einen Vollbrand verwandelt hat. Der "Weltspiegel" begleitet eine deutsch-französische Familie, die nach der Tragödie versucht, ins Leben zurückzufinden. - Vietnam: Kokosnektar als Chance (Autor: Florian Bahrdt, ARD-Studio Singapur) Das Mekong-Delta im Süden Vietnams gilt als eine der fruchtbarsten Regionen Südostasiens. Millionen Menschen leben dort von der Landwirtschaft. Doch es gibt ein Problem: Der Fluss fließt auf einer Länge von mehr als 4000 Kilometern durch mehrere Staaten. Und wird dabei immer wieder durch gigantische Staudämme aufgehalten. Vor allem in China, Laos und Kambodscha. Diese Länder drehen Vietnam buchstäblich das Wasser ab. Der Fluss führt im Süden immer weniger Wasser, dadurch drückt mehr salziges Wasser aus dem Meer in das Delta. Dazu kommen Klimafolgen, Trockenheit und der steigende Meeresspiegel. All das könnte das Ende bedeuten für Pflanzen und Landwirtschaft und für die Menschen, die dort leben. Doch einige wollen ihr Schicksal nicht einfach so hinnehmen. Findige Kokos-Bauern haben nun einen Weg gefunden, um wirtschaftlich überleben zu können.